So bleibst du am Ball und organisierst dich erfolgreich als Medizinstudent in der Klinik

Du fängst in der Klinik als Medizinstudent oder -studentin an oder bist mittendrin und versuchst dich zurechtzufinden. Wie gehst du da vor? Du schaust zurück und fragst dich, wie kann ich es besser machen? Wie kannst du im klinischen Alltag aktiv werden und dadurch wachsen?[1]

Ich war als Student in den Kliniken eher passiv. In einer Klinik hiess es, dass ich noch mehr in den Büchern nachlesen soll. In einer anderen Klinik tat ich dies und es hiess, ich muss mehr beim Patienten sein. Ich fühlte mich im Werdegang eher allein. Dabei können schon kleine Tipps viel helfen!

Für den medizinischen Alltag sehe ich folgende Vorschläge, um sich zu organisieren und dadurch den Tag und die Woche in den Griff zu kriegen:

  • Stell dich bei den Ärzten und Oberärzten vor wie auch bei den Pflegenden auf den Stationen (sie sind es, die dich Interessantes zeigen werden);
  • Krankengeschichten der Patienten durchlesen und über die Krankheitsbilder nachlesen;
  • 30 Minuten vor dem Morgenrapport die neuen Patienten durchgehen, so dass du für den Rapport und für den Tag vorbereitet bist; zusätzlich vor dem Rapport schauen, was es an dem Tag alles geben wird (Eintritte, Voruntersuchungen, Operationen, Ambulatorium usw.);
  • Fragen stellen sei es zu medizinischen Themen oder zur Tagesorganisation;
  • Guten und organisierten Assistenzärzten und Oberärzten über die Schulter schauen, wie sie speditiv arbeiten und diese Tipps für sich aufschreiben (vielleicht auch nachfragen[2]);
  • Lernen, Austrittsberichte zu schreiben (du gewinnst dadurch viel an «Know-How», wenn alles niedergeschrieben werden muss):
    • Wie vorbereiten (was muss alles da sein, um den Bericht zu schreiben);
    • Welche Struktur (meist vom Spital vorgegeben [an wen schreiben, an wen eine Kopie, Diagnose, Zuweisungsgrund, Jetziges Leiden, Familienanamnese usw., Befund, Beurteilung und Procedere);
    • In welcher Form den Austrittsbericht machen (das Diktieren geht meist am schnellsten; Tippen geht am längsten)
    • Einen Austrittsbericht entweder suchen oder durch das Sekretariat als Vorlage geben lassen.
  • Im Praktikum aktiv nach Dingen suchen, die dich motivieren (Ambulatorium, Operation, Urologische Kolloquium usw.); man sagt, wenn du 20% der Zeit damit füllst, kommst du über die restlichen 80% der Aktivitäten hinweg; die letztgenannten ist für die Charakterschulung (diese Weisheit hat mich auch später in der Assistentenzeit sehr geholfen).
  • Gott schon am Morgen um Weisheit bitten für den Tag und am Abend für den Tag danken.

In der Medizinerausbildung gibt es so viel zu lernen, dass dies nur Schritt für Schritt und mit Stetigkeit geht. Ich habe vor kurzem in den Ferien aus dem Hotelzimmer auf eine grosse Baustelle geschaut und war erstaunt, mit welcher Genauigkeit wenige Personen in allen Bereichen in der richtigen Reihenfolge gearbeitet haben. Zum Beispiel müssen die Schläuche für die Lüftung, das Wasser und das Elektrische vor dem Betonieren gelegt werden.

Am Anfang ist ein Plan (siehe Blog https://robertstern.ch/blog/du-planst-im-medizinstudium-gott-lenkt-sollst-du-planen-oder-nicht/). Dann kommt das stetige Vorwärtsgehen (siehe oben). Dann gilt es Chancen zu ergreifen und zu wachsen (siehe Blog https://robertstern.ch/blog/so-bereitest-du-dich-als-medizinstudent-erfolgreich-auf-die-praktische-tatigkeit-in-der-klinik-vor/). Es gilt auch situativ im Spital oder zu Hause organisiert zu arbeiten (möchte ich im nächsten Blog bringen). Ein Aspekt, wie du im medizinischen Alltag die Ausrichtung auf Jesus einhalten kannst ist speditiv den Alltag zu meistern. Du gewinnst Zeit für dein Studium wie auch für dein Zuhause und die Beziehung mit Gott.

Über alles steht der Plan Gottes. Wir können nichts anderes als die Zeit und die Situation nutzen, die uns gegeben ist und die Dinge tun, die vor uns liegen. Meist ergibt sich wie beim Bau erst am Schluss das Bild oder das Gebäude deines Lebens. Eine Gynäkologin formulierte es mir vor kurzem so: der rote Faden Gottes ist ihr erst jetzt nicht weit vor der Pensionierung bewusst worden. Dies hat sie zurückblickend sehr berührt. Es lohnt sich, schon auf dem Weg dahin auf Gott zu vertrauen und ihm so oft wie möglich allen Dank auszusprechen.

Was sind deine Tipps und Erfahrungen für die Alltagsplanung in den Praktika und beim Studieren? Schreibe diese unbedingt für die anderen unten im Kommentar auf?


[1] Hauptbild aus https://www.unispital-basel.ch/karriere/aus-und-weiterbildung/ausbildung/medizinstudierende/.

[2] Sehr oft macht man sich erst dann Gedanken, wieso man etwas macht, wenn man gefragt wird.

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